In Ruhe dem Internet-Redefluss widerstehen

Hallo. Hier bin ich wieder.

Ich habe mich jetzt schon über einen Monat nicht zu Wort gemeldet. Das hat natürlich verschiedene Gründe, wie Arbeit, Familie und nicht zuletzt die Vorbereitungen für meine bevorstehende CD Veröffentlichung1. Aber der vielleicht wichtigste Grund ist meine Einsicht, dass ich mich bei der Thematik, über die ich hier schreibe, nicht zu einem regelmäßigen Rhythmus zwingen darf.

Wenn man einen Blog oder Newsletter betreibt, wird ja im allgemeinen gesagt, man muss regelmäßig und möglichst oft schreiben, damit man auf dem Radar seines Publikums präsent bleibt. Da gehört man mit einem wöchentlichen Rhythmus fast schon zur stillen Fraktion. So läuft es eben im Internet: Man muss ständig schreien, um gehört zu werden. Man denke beispielsweise an Facebook, wo jeder Post innerhalb von Sekunden nach unten verschwindet, verdrängt vom stetigen Fluss an Katzenfotos und witzigen Sprüchen. Diese Mentalität ist nicht auf das Internet beschränkt, aber im Internet kann man besonders klar beobachten, wie es in unserem Geist aussieht. Wir sind süchtig nach Information und Unterhaltung, und wenn wir nicht gerade konsumieren, dann füllen wir die Stille mit Gedanken und Worten. Egal wie wichtig. Egal, ob es schon die tausendste Wiederholung der selben Platte ist.

Im Internet scheint also Regelmäßigkeit fast wichtiger zu sein, als Inhalt und Wert der Worte. Und das mag kein Problem sein, wenn man über Katzen, Motorräder oder Geld schreibt. Wenn man aber an den tieferen Regionen des Geistes interessiert ist und versucht sich mit Worten an das anzunähern, was eigentlich nur in der Stille zu erkennen ist, dann ist die marktschreierische Art nicht zielführend.

Es ist zwar nicht prinzipiell schlecht, öfters zu schreiben, auch wenn man sich wiederholt – denn Wiederholung schadet nie –, aber es darf keine Marketingstrategie sein. Sonst bleiben nur die Worte übrig und die Essenz geht irgendwo am Weg verloren. Man muss also immer wieder in die Stille zurückkehren und sich von dort aus mit frischer Inspiration zu Wort melden.

Und genauso will ich es fortan handhaben. Ich werde versuchen regelmäßig zu schreiben, aber wenn das Leben meine Aufmerksamkeit anderswo verlangt und die Inspiration zum Schreiben nicht von selber kommt, werde ich mir keinen Zwang auferlegen. Ich hoffe, dass meine Worte so frisch und inspiriert bleiben.

Und ich hoffe, du kannst es in deinen Projekten ähnlich handhaben. Lass dich nicht von äußeren Konventionen stressen! Jeder Weg ist einzigartig und will mit Bedacht und in Ruhe gegangen werden...

Sean.


  1. Das Release-Konzert für mein Debüt-Album „Schatzsuche“ findet am 19.03 um 20:00 im Rampenlicht Theater (Mitterberggasse 15, 1180 Wien) statt. Der Eintritt ist frei, Einlass ist um 19:00. Facebook Event 

Veröffentlicht am: 14.02.2016